Programm Im Apparat, 2022

Zoom-Vorlesungsreihe, Germanistik der Keiō-Universität Tōkyō

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Angela Schanelec Filmscreening und Gespräch: Ich war zuhause, aber...

Sa., d. 8. Oktober 2022, ab 17.00 Uhr (Tōkyō-Zeit) Filmvorführung Ich war zuhause, aber... im Athénée Français Tōkyō (Originalton mit japanischen Untertiteln)
Ab 18.50 Uhr (Tōkyō-Zeit) Angela Schanelec im Gespräch mit Tetsuya Shibutani (Nihon University Tōkyō) und Andreas Becker (Germanistik der Keiō-Universität Tōkyō) (deutsch mit japanischer Simultanübersetzung)

ICH WAR ZUHAUSE, ABER...
『家にはいたけれど』
EIN FILM VON ANGELA SCHANELEC
Phillip lebt mit seiner Mutter und seiner achtjährigen Schwester in bürgerlichen Verhältnissen. Der Film beginnt, als er nach einer Woche, in der er spurlos verschwunden war, zurück nach Hause kehrt. Was er gesucht hat, ein Ausgeliefert sein an die Natur oder eine Annäherung an den Tod, ausgelöst durch den Tod seines Vaters, können die Mutter oder seine Lehrer nur vermuten. Erzählt werden die ersten Wochen nach seiner Wiederkehr, in der die Normalität des täglichen Lebens, das stolpernd wieder in Gang kommt, in hartem Gegensatz zur Nähe des Todes steht, in die sich Phillip begeben hat. Seine Mutter scheitert an der Notwendigkeit, akzeptieren zu müssen, dass ihr Sohn ein eigenes Leben führt, das sie nur begrenzt beeinflussen kann. Nachdem sie glaubte, sich zumindest um seine körperliche Unversehrtheit nicht mehr sorgen zu müssen, kommt Phillip mit einer Blutvergiftung ins Krankenhaus. Aufgerieben zwischen erneuter Sorge um das Kind, Versagensängsten und Schuldgefühlen, verliert die Mutter die Nerven. Aber die Kinder wenden sich nicht ab. Das Gefüge der Familie zerfällt, um sich neu zu bilden.

ベルリン在住のアストリットはシングルマザーとして2人の子どもを育てていた。ある日13歳のフィリップが失踪し1週間後に戻って来たが、その経緯を何も語らない。アストリッドも学校の教員もどう対処していいか分からず、それまで自明と思われていた生活が次第に不確かなものとなってゆく。映画ではこの大きな事件のその後を様々な局面で切り取って提示し、そこに生徒たちが演じる『ハムレット』の場面が挿入される。

Astrid Maren Eggert • Phillip Jakob Lassalle • Flo Clara Möller • Lars Franz Rogowski • Claudia Lilith Stangenberg • Herr Meissner Alan Williams • Astrids Freund Jirka Zett • Junger Regisseur Dane Komljen • Buch, Regie, Schnitt Angela Schanelec • Kamera Ivan Markovic • Ton Andreas Mücke-Niezytka, Rainer Gerlach • Ausstattung Reinhild Blaschke • Kostüm Birgitt Kilian • Maske Monika Münnich • Casting Ulrike Müller • Mischung Matthias Lempert • Grading Dirk Meier • Ausführende Produzentin Jana Cisar
Produzenten Angela Schanelec, Nataša Damjanovic, Vladimir Vidic
Eine Produktion von NACHMITTAGFILM Angela Schanelec in Koproduktion mit DARTFILM und ZDF/3sat
Gefördert von BKM, MEDIENBOARD BERLIN-BRANDENBURG und FFA
Im Verleih der PIFFL MEDIEN
Deutschland / Serbien 2019, 105 min.
Homepage des Films [Link]
Ankündigung des Athénée Français Tōkyō (日本語) [Link]

ANGELA SCHANELEC
Geboren 1962 in Süddeutschland. Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Engagements u.a. am Thalia Theater Hamburg und der Schaubühne Berlin. 1990 bis 1995 Regiestudium an der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin. Angela Schanelec ist Professorin für Narrativen Film an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.
Angela Schanelec
Zu ihren Filmen zählen ICH BIN DEN SOMMER ÜBER IN BERLIN GEBLIEBEN (1993), DAS GLÜCK MEINER SCHWESTER (1995, Preis der deutschen Filmkritik: Bester Spielfilm), PLÄTZE IN STÄDTEN (1998, »Un certain regard«, Festival de Cannes), MEIN LANGSAMES LEBEN (2001, Forum der Berlinale), MARSEILLE (2004, »Un certain regard«, Festival de Cannes; Preis der deutschen Filmkritik: Bestes Drehbuch), NACHMITTAG (2007, Forum der Berlinale; Alba International Film Festival: Beste Regie), ERSTER TAG (2009, Segment DEUTSCHLAND 09 – Berlinale Wettbewerb) ORLY (2010, Forum der Berlinale), PRINCIP TEXT (2014, Segment BRIDGES OF SARAJEVO) und DER TRAUMHAFTE WEG (2017, Wettbewerb Locarno International Film Festival; Preis der deutschen Filmkritik: Bester Schnitt). Für „ICH WAR ZUHAUSE, ABER...“ wurde sie bei der Berlinale 1019 mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet.

Gefördert vom Athénée Français Tōkyō und dem DAAD.

Archiv

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Felix Lenz: Kultur und persönliches Geschick. Hegel und die fraktale Epik des Serienklassikers Allein gegen die Mafia

Mo., d. 26. September 2022, 19.30-21.00 Uhr Tōkyō-Zeit (12.30-14.00 Uhr mitteleuropäische Zeit), Moderation Andreas Becker

Im Naturrechtsaufsatz erklärt Hegel Sitten samt ihren Zugehörigkeitsfolgen als freie Antworten auf notwendige Lebensbedingungen. Der Bestandstest der Sitten sind Krisen, die alle betreffen. Die zugehörige Gattung ist das Epos. In »Der Geist des Christentums« erklärt Hegel das individuelle Schicksal über einen originellen Lebensbegriff und aus verschiedenen typischen Antworten auf Krisenlagen. Die Präskripte hierfür entstammen den Sitten. Eine verschränkte Homologie projiziert so individuelles und kollektives Schicksal ineinander, und jeweils ergibt sich alle Dynamik aus der Mischung von Notwendigkeit, Freiheit und Krise. Mit einem solchen ›fraktalen‹ Blick, der die einzelnen, die Gruppe und historische Gravitationen, über Strukturen zusammenführt, die ästhetische Strukturen ausprägen, wird der Serienklassiker Allein gegen die Mafia, 4. Staffel (1989, La Piovra) anhand seines Ensembles als Krisenepos untersucht und eine Betrachtungsweise vorgestellt.
Dr. Felix Lenz, film- und medienwissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Literatur und Medien der Universität Bamberg (seit 2017), Regisseur des Experimentalfilms Gleich um die Ecke (2017), Arbeit als Drehbuchlektor, 2005 Promotion zu Zeit, Rhythmus und Bilddramaturgie bei Sergej M. Eisenstein an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
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Joachim Alt: 50 Jahre mediale Erinnerungskultur - Atombombe, Kriegsende, Anime

Mo., d. 15. August 2022, 19.30-21.00 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-14.00 Uhr dt. Zeit), Moderation Andreas Becker (Germanistik der Keiō-Universität Tōkyō)

Der Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945 markiert das Ende des 2. Weltkriegs in Asien ikonisch und ist Jahr um Jahr fester Bestandteil der sommerlichen Medienlandschaft in Japan. Drei Tage nach der die menschliche Vorstellungskraft schlichtweg übersteigenden Attacke auf Hiroshima wiederholte sich die atomare Tragödie in Nagasaki, was am 15. August zu einer dramatischen Radioansprache des in der Kriegspropaganda als allmächtig und unfehlbar gezeichneten Kaisers und der japanischen Kapitulation führte. Der Vortrag befasst sich damit, wie Anime, als Epitom japanischer Medien, über die letzten 50 Jahre hinweg sowohl die Atombombe als auch die japanische Kapitulation dargestellt und ein Mediennarrativ des Kriegsendes gebildet haben. Zentrale Blickpunkte sind dabei die Zeitspannen des Kriegs und die Darstellung des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, vor allem in Hadashi no Gen (Barfuß durch Hiroshima, 1983) und Kono Sekai no Katasumi ni (In this Corner of the World, 2016/2019).

Ph. D. Joachim Alt hat im Frühjahr 2021 aufbauend auf seine Forschung als Doktorand an der Universität Hokkaido mit einer extern eingereichten Dissertation zur Darstellung des 2. Weltkriegs in japanischen Animationsfilmen im Fachbereich Interkulturelle Kommunikation der Ryukoku Universität (Kyoto) promoviert. Er ist aktuell Lehrbeauftragter für japanische Kultur an der J. F. Oberlin Universität in Tokyo, sowie für Englisch und interkulturelle Kommunikation an der Tokyo University of Social Welfare. Eine Veröffentlichung seiner Dissertation als englischsprachige Monografie befindet sich in Vorbereitung und er ist an den Sammelbänden Thinking with Animation (in englischer Sprache, Cambridge Scholars Publishing, 2021), sowie „Tatakai“ to „Trauma“ no Anime Hyōshōshi (in japanischer Sprache, Nihon Hyōronsha, voraussichtl. 2022) beteiligt.

Am 7. August findet außerdem ein Symposium zum Thema Krieg in Anime im Rahmen der Jahrestagung der Japanese Society for Animation statt. [Link]

Kayo Adachi-Rabe: Der japanische Film - Aspekte der Filmgeschichtsschreibung

Mittwoch, d. 22. Juni 2022, 19.30-21.00 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-14.00 Uhr dt. Zeit), Moderation Andreas Becker (Germanistik der Keiō-Universität Tōkyō)

Mein Buch Der japanische Film (edition text + kritik, München, Band 1 der Reihe Filmgeschichte kompakt, 2021) fasst die japanische Filmgeschichte von 1896 bis 2021 in einem schmalen Umfang von 120 Seiten zusammen. Es intendiert dennoch, dem breiten Interesse der cineastischen Leserschaft entgegenzukommen. Japan ist ein großes Filmland, das selbst im Jahr des Ausbruchs der Corona-Krise 2020 insgesamt 506 Filme veröffentlichte. Für die Auswahl der relevantesten Werke für eine anschauliche Geschichtsschreibung suchte ich Orientierungen in vielen Vorarbeiten und Favoritenlisten des zeitgenössischen Publikums. Die zentrale Referenz des Buchs bestand schließlich in der Historie der einzelnen Filme selbst, darin, wie sie ihre Herkunft und Nachwirkungen nicht nur im lokalen, sondern auch im internationalen Kontext repräsentieren und dadurch autonom Filmgeschichte schreiben. Vor allem sind es aber die Werke der letzten beiden Dekaden, die in Deutschland noch nicht in ihrer Komplexität bekannt sind, die auf mich sehr anregend wirkten. Mit dieser Publikation möchte ich eine Diskussion über die Möglichkeiten zur Schreibung der Filmgeschichte eröffnen. Diese scheint unendlich zu sein, da der Film immer ein offener Text ist, und das Kino zur individuellen Geschichte der Kunsterfahrung gehört.
Kayo Adachi-Rabe, Dr. phil., Lehrbeauftragte in der Filmwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Bauhaus-Universität Weimar. Zuvor wiss. Mitarbeiterin an der Bauhaus-Universität Weimar, im Fach der Japanologie der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Leipzig, außerdem Lehrstuhlvertretung am Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Neben der Monografie Abwesenheit im Film. Zur Geschichte und Theorie des hors-champ (2005) und Der japanische Film (2021) publizierte sie zahlreiche Texte zur Theorie und Ästhetik des Films.
Zur Vorbereitung: Dr. Adachi-Rabe liest aus ihrem Buch Der japanische Film die Seiten 11-13 (Teinosuke Kinugasa), S. 61-62 (Seijun Suzuki) und S. 98-100 (Shinji Aoyama).
[Facebook OAG]
Eine Kooperation mit der
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Alexander Kluge

Unruhe im Garten der Seele. Lesung, Filme und Debatte zum Buch der Kommentare

9. Mai 2022, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-13.30 Uhr dt. Zeit), Moderation Andreas Becker (Germanistik der Keiō-Universität Tōkyō)

Kommentare sind kein lineares Narrativ. Sie berichten vertikal. Sie sind Bergwerke, Katakomben. Es reizt mich, diese besondere Form der Narration neu zu erproben. Es geht um Ausdrucksweisen kooperierender Öffentlichkeit, auch solcher Öffentlichkeit, die heterogene Zeiten überbrückt. Die Beobachtung unserer »zerrissenen Realität« erteilt die Erlaubnis zu unvollständiger Nachricht. Das Formprinzip des Kommentars war immer schon Arbeitsform der poetischen Kritik.
Notizen zur zweiten Debatte München-Tōkyō: Wer siegt, stürzt ab. Der Krieg als Dämon. Matsch. Poetik und Theorie. Über die Erzählbarkeit des Krieges. Doppeldenken. Suchbilder finden in den Zeitschichten der Jahrhunderte. Utopie der Panzerung.

Alexander Ernst Kluge (14. Februar 1932 in Halberstadt) ist ein deutscher Filmemacher, Fernsehproduzent, Schriftsteller, Drehbuchautor, Philosoph und Rechtsanwalt.
Kluge gilt als einer der vielseitigsten deutschen Intellektuellen. Er wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt, den er in Theorie und Praxis mitbegründet und weiterentwickelt hat. Als Autor machte er sich vor allem durch Kurzgeschichten einen Namen und gehörte zum Kreis der Gruppe 47, außerdem verfasste er wissenschaftliche und philosophische Arbeiten. 1987 gründete er die Produktionsfirma dctp, mit der es ihm gelang, eine Plattform für unabhängige Programme im deutschen Privatfernsehen zu schaffen.
[Homepage Alexander Kluge]

Ulrich Johannes Beil

Die (Un-)Möglichkeit nein zu sagen. Reflexionen über Ungehorsam und Literatur

25. April 2022, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-13.30 Uhr dt. Zeit), Moderation Shin Tanaka (Germanistik der Keiō-Universität Tōkyō)

Der Vortrag, der nicht systematisch, sondern offen, in Form von Einzelüberlegungen gestaltet ist, handelt zunächst (1) von Problemen und Möglichkeiten des Neinsagens heute. Anschließend kommen verschiedene Aspekte von Ungehorsam und Widerstand zur Sprache. In einem ersten Schritt werden (2) entsprechende philosophische Ansätze von Sokrates über Kant bis zu Hannah Arendt skizziert, Denkerinnen und Denkern, für die der (zivile) Ungehorsam ein je anders geartetes Verhältnis von Individuum und Öffentlichkeit voraussetzt. Nach einem kurzen Blick (3) auf das große gnostische Nein (Schopenhauer, Lovecraft, Houellebecq) möchte ich (4) bestimmte literarisch-ästhetische Formen des Ungehorsams ansprechen. Die Aufmerksamkeit gilt vor allem Kleists »Prinz Friedrich von Homburg« und Brechts an das No-Spiel Taniko angelehnten Stücken »Der Jasager« und »Der Neinsager«. Hierbei spielt auch die ›Sprache des Ungehorsams‹ eine wichtige Rolle. Und schließlich geht es (5) um die heute immer stärker sich abzeichnende »Un-Möglichkeit« des Neinsagens, die schon in den Machttheorien Foucaults, Butlers oder Byung-Chul Hans zu beobachten war; es geht um Chancen des Auswegs, man denke etwa an das indirekte, subversive Nein in Romanen von japanischen oder koreanischen Autorinnen (Sakaya Murata, Han Kang). Ob die zunehmende Dominanz der großen IT-Konzerne die Möglichkeiten individuellen Widerstands weiter schwächen oder gar eliminieren wird, sei abschließend zur Diskussion gestellt.

Ulrich Johannes Beil, Dr. phil. habil., Germanist, Komparatist, Essayist und Lyriker, lehrt seit 2020 als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Kyushu University in Fukuoka. Nach Lehr- und Forschungstätigkeiten an den Universitäten München, Göttingen, Sapporo (1988-1991) und São Paulo (2000-2004) arbeitete er von 2006-2017 am NCCR »Mediality« der Universität Zürich. Forschungsschwerpunkte: Klassik, Romantik, Symbolismus, Lyrik; Literatur-, Gattungs- und Medientheorie.

»Von Afrika lernen«: Das Operndorf Afrika in Burkina Faso heute

Zoom-Gespräch, 28. März 2022, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-13.30 Uhr dt. Zeit), Moderation Andreas Becker und Chikako Kitagawa (Keiō-Universität Tōkyō)

Das Operndorf Afrika ist ein internationales Kunstprojekt, das seit 2009 in Burkina Faso/Westafrika entsteht und auf die Idee des deutschen Künstlers Christoph Schlingensief (1960–2010) zurückgeht.
Mit der offiziellen Gründung war Schlingensiefs Wunsch verbunden, einen Ort internationaler Begegnungen zu schaffen – künstlerisch wie kulturell. Unter dem Motto »Von Afrika lernen« manifestiert sich seither etwa 30 Kilometer entfernt von Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, eine Plattform für interkulturelle Austauschprogramme und postkoloniale Diskurse, die ein neues und insbesondere differenziertes Bild von Afrika sichtbar macht, womit sich das Projekt von vielen anderen in der klassischen Entwicklungszusammenarbeit unterscheidet.
Bis heute wurden auf dem von der burkinischen Regierung bereitgestellten Areal 26 Gebäude errichtet. Unter der Geschäftsführung von Aino Laberenz (seit 2010) werden alle Bauvorhaben, Kulturprojekte und ihre Finanzierung durch die 2009 von Schlingensief gegründete Festspielhaus Afrika gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin koordiniert. Seit 2011 steht das Projekt unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident a.D. Horst Köhler. Im Dezember 2012 wurde außerdem die gemeinnützige Stiftung Operndorf Afrika gegründet. Mittelfristig soll die Stiftung die laufenden Betriebs- und Administrationskosten und den Etat des Kulturprogramms für das Operndorf Afrika übernehmen. Die Betriebseinheiten Schule und Krankenstation werden bereits jetzt durch die Regierung von Burkina Faso getragen. Das Projekt soll langfristig in die Souveränität seiner Bewohner*Innen übergehen.

Aino Laberenz, Geschäftsführende Gesellschafterin der Festspielhaus Afrika gGmbH und Vorsitzende der Stiftung Operndorf Afrika, im Gespräch mit Andreas Becker und Chikako Kitagawa (Keiō-Universität Tōkyō).

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Stephan Thome

Die Insel zwischen China und Japan - Über Taiwans multiple Identitäten

14. Februar 2022, 19.30-21.00 Uhr, Tōkyō-Zeit (11.30-13.00 Uhr dt. Zeit), Moderation Andreas Becker (Germanistik der Keiō-Universität Tōkyō)

Taiwan ist die zweite Heimat des Schriftstellers Stephan Thome und der Schauplatz seines jüngsten Romans Pflaumenregen. Beginnend in den 1940er Jahren zeichnet der Autor über drei Generationen hinweg das Porträt einer taiwanischen Familie, deren Mitglieder den Wechselfällen der Geschichte auf je unterschiedliche Weise ausgesetzt sind. Bis 1895 gehörte die Insel Taiwan zum chinesischen Kaiserreich, anschließend wurde sie für fünfzig Jahre von der Kolonialmacht Japan regiert, ehe nach dem Pazifikkrieg das vom Festland vertriebene Regime Chiang Kaisheks dort einen autoritären Polizeistaat errichtete. Nicht weniger als vierzig Jahre lang stand Taiwan unter Kriegsrecht! Von den Japanern erst zögerlich, dann nachdrücklich japanisiert, wurde die Bevölkerung nach 1945 teils gewaltsam re-sinisiert und konnte erst in jüngster Zeit eine eigene - intern umstrittene und von der Volksrepublik China heftig bekämpfte - taiwanische Identität ausbilden. Von all dem erzählt Thomes Roman, den er im Gespräch mit dem Medienwissenschaftler Professor Dr. Andreas Becker von der Keiō-Universität Tōkyō vorstellt. Auf welche Weise prägt die stürmische Geschichte der Insel bis heute die Identität(en) der dort lebenden Menschen? Wie wirkt insbesondere die japanische Kolonialzeit nach, und wie geht das demokratische Taiwan mit ihrem Erbe um? Welchen Anteil an Taiwans nationaler Identität haben die oft übersehenen indigenen Völker der Insel? Diese und andere Fragen sollen im Verlauf der neunzigminütigen Veranstaltung erörtert werden; durch die Lesung einzelner Romanabschnitte, den Dialog beider Gesprächsteilnehmer und die Fragen des Publikums.
Transkript der Lesung in den OAG Notizen 4/2022 als [pdf]
Pflaumenregen [Leseprobe, pdf]

Stephan Thome, geb. 1972, hat in Berlin Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie studiert und jeweils einjährige Studienaufenthalte in China, Taiwan und Japan absolviert. Nach der Promotion im Fach Philosophie arbeitete er mehrere Jahre lang an verschiedenen Forschungseinrichtungen in Taiwan, seit 2011 ist er freier Autor. Seine im Suhrkamp Verlag erschienene Romane Grenzgang (2009), Fliehkräfte (2012) und Gott der Barbaren (2018) standen auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2021 erschienen der Roman Pflaumenregen sowie im Piper Verlag die Gebrauchsanweisung für Taiwan. Stephan Thome lebt in Taipei.
Zur Vorbereitung: Herr Thome liest voraussichtlich folgende Stellen aus dem Roman: S. 11-12 (»... um ihre Aufregung zu erklären«), S. 61-62 (»Gerade als er sich umdrehte... schon als Kind in Taiwan gewohnt?«), S. 194-196 (»Zwei Wochen später geschah...« »›Was schon‹, antwortete er. ›Uns.‹«), evtl. S. 231 (»Zuerst schien es... wenn sie aufgebraucht war.«)
[Facebook OAG]
Eine Kooperation mit der
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Andreas Becker
Überlegungen zum Digitalstaat II
Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Anmerkungen zu den Bundestagsdebatten 2017

24. Januar 2022, 19.30-21.00 Uhr japanischer Zeit; 11.30-13.00 Uhr deutscher Zeit

»Die größte Gefahr für die Meinungsfreiheit ist ein Zustand, in dem ohne Konsequenzen bedroht, beleidigt und eingeschüchtert werden darf. Dieser Hass und diese Hetze im Netz sind die wahren Feinde der Meinungsfreiheit.« (Heiko Maas, 19. Mai 2017, S. 23848 C, [Link])

»Das NetzDG hingegen wird zu Kollateralschäden wie der Einschränkung der Meinungsfreiheit führen, während die eigentlichen Probleme nicht durch eine harte Regulierung gelöst werden. Vieles von dem, was widerwärtig und abstoßend ist, wird nicht gelöscht werden können, weil sich Kommentatoren ›geschickt‹ an der Grenze des Legalen bewegen. Vor allem aber hören Menschen nicht auf zu hassen, nur weil ihre Kommentare gelöscht werden.« (Christian Mihr von Reporter ohne Grenzen, [Link])

Anknüpfend an meine ersten Überlegungen zum Digitalstaat vom Januar 2021 möchte ich die Bundestagsdebatten des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes vom 19. Mai (235. Sitzung) und 30. Juni 2017 (244. Sitzung) [Link] in den Fokus meiner Analyse rücken. Dabei konzentriere ich mich insbesondere auf die Begründungsfiguren, die gewählte Begrifflichkeit, die Argumente.
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Workshop Utopie Universität. Eine Ideensammlung

4. Dezember 2021, Organisation Andreas Becker und Christopher Schelletter

Zur Sonderseite geht es hier: [Link]

Dorothea Mahnke (DAAD Tōkyō): Über das Studium in Deutschland und die Fördermöglichkeiten des DAAD



Zoom-Gespräch Isabelle Gras (Deutsche Botschaft Tōkyō), Dorothea Mahnke (DAAD Tōkyō) 160 Jahre Freundschaft Japan-Deutschland

29. November 2021, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (11.30-12.30 Uhr mitteleuropäische Zeit), Moderation Andreas Becker

Mit Frau Isabelle Gras (Leiterin des Pressereferates der Deutschen Botschaft Tōkyō) spreche ich über die 160jährige Freundschaft Japan-Deutschland und die Arbeit der Deutschen Botschaft Tōkyō.
Der Beitrag von Frau Dorothea Mahnke (Leiterin der DAAD-Außenstelle Tōkyō) richtet sich vor allem an japanische Studierende, die in Deutschland studieren möchten. Es besteht die Möglichkeit, konkrete Fragen in Bezug auf das Auslandsstudium zu stellen.
[Dorothea Mahnke様の講演は、主にドイツへの留学を希望する日本人学生を対象としています。留学に関する具体的な質問もできます。]
In einer Live-Schaltung nach Deutschland spreche ich mit der Studentin Frau Chiaki Motoshima.
Teilnahme:
Bitte senden Sie eine E-Mail an becker.andreas@posteo.de. Ich sende Ihnen die Zoom-Zugangsdaten dann gerne zu.

Links:
DAAD Stipendiendatenbank [Link]
DAAD Studieren und Forschen in Deutchland [Link]
DAAD ドイツ留学・研究 [Link]
Deutsche Botschaft 160 Jahre deutsch-japanische Beziehungen [Link]



Zoom-Vortrag Philipp Weiss: Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen

4. Oktober 2021, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-13.30 Uhr mitteleuropäische Zeit), Moderation Kentarō Kawashima (Keiō-Universität Tōkyō) und Erich Havranek (Sophia-Universität Tōkyō)

Philipp Weiss wurde 1982 in Wien geboren, wo er auch Germanistik und Philosophie studierte. Sein fünfbändiges Romandebüt Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen erschien 2018 beim Suhrkamp Verlag und sorgte für Furore. Es wurde ausgezeichnet als bestes deutschsprachiges Debüt 2018 mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung, dem Klaus-Michael Kühne Preis und dem Rauriser Literaturpreis 2019. In der ORF-Bestenliste hielt es sich über zwei Monate auf Platz eins. Katja Gasser nannte den Roman in den österreichischen Abendnachrichten (ZIB1) ein »literarisches Juwel von ungeheurer denkerischer, poetischer und formaler Kraft«. Dieses Jahr wird es in französischer und chinesischer Übersetzung erscheinen. Philipp Weiss war zuvor Hausautor am Schauspielhaus Wien, wo 2014 sein mit dem Hans-Gratzer-Stipendium ausgezeichnetes Stück Allerwelt uraufgeführt wurde. Ein schöner Hase ist meistens der Einzellne gewann 2015 einen Preis bei den Theatertagen Lyon.


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Zoom-Vortrag Ute Gahlings: Was bedeutet philosophische Lebenskunst heute?

20. September 2021, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-13.30 Uhr mitteleuropäische Zeit), Moderation Andreas Becker

PD Dr. phil. habil. Ute Gahlings M.A. ist Privatdozentin für Philosophie an der Technischen Universität Darmstadt, Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten. Sie ist Dozentin im Universitätslehrgang Philosophische Praxis an der Universität Wien und im Bildungsgang des Berufsverbands für Philosophische Praxis (BV-PP). In Frankfurt am Main führt sie die Philosophische Praxis Solidarität. Selbstkultivierung und Lebensorientierung durch Philosophie. Sie ist Gründungsmitglied und zweite Vorsitzende des 2005 gegründeten Instituts für Praxis der Philosophie e.V. (IPPh) in Darmstadt und leitet dort den Philosophischen Salon. Seit 2017 ist sie Vorstandsmitglied und seit 2019 Präsidentin der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis e.V. (IGPP), Homepage: www.gahlings.de Link
Zur Vorbereitung empfohlene Lektüre:
Hermann Keyserling: Der wahre Sinn der Lüge, in: Der Weg zur Vollendung. Mitteilungshefte der Schule der Weisheit, Heft 10 (1925), S. 346-349.

Weiterführend:
Ute Gahlings (Hg.): nicht allein mit dem Kopf. Perspektiven auf Hermann Keyserling. Weiterstadt: Verlag23, 2021 [Link]


Zoom-Vortrag Hyunseon Lee: Metamorphosen der Madame Butterfly. Interkulturelle Liebschaften zwischen Literatur, Oper und Film

16. August 2021, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-13.30 Uhr mitteleuropäische Zeit), Moderation Andreas Becker

1. Akt Liebeslied (43:19', »Vogliatemi bene...«)
2. Akt (8:17', »Un bel dì vedremo...«)
Das Libretto der Oper finden Sie [hier]. Das Original von John Luther Long [Link]. Die Theaterfassung von David Belasco [Link]
Zur Vorbereitung empfohlene Lektüre: Hyunseon Lee: Metamorphosen der Madame Butterfly, Heidelberg 2020, S. 109-144.
Anthony Minghellas Inszenierung [hier]

PD Dr. phil. habil. Hyunseon Lee ist Literatur-, Film- und Medienwissenschafltierin, Privatdozentin am Germanistischen Seminar der Universität Siegen, und Research Associate am Dept. of East Asian Languages & Cultures, SOAS, University of London.
Forschungsschwerpunkte: Literatur und Medien des 20. Jahrhunderts, Medienästhetik mit besonderer Berücksichtigung der Interkulturalität und Intermedialität, Gender-Studien; zur Zeit das Kino Korea (Korean Peninsula Cinema).
Studium der Germanistik und Film-, Theater- und Fernsehwissenschaft in Seoul (Yonsei Univ.), Bochum und Berlin; 1998 Promotion an der Universität Dortmund zur Geständnis-Literatur der DDR; 2013 Habilitation im Bereich Neuere Deutsche Literatur/Medienwissenschaft an der Universität Siegen.
Forschungsaufenthalte: Columbia Univeristy in New York, Chuo Uni in Tokyo, Institute of Germanic & Romance Studies, School of Advanced Study, Univ. of London u.a.
Publikationen: Metamorphosen der Madame Butterfly. Interkulturelle Liebschaften zwischen Literatur, Oper und Film(Heidelberg: Universität Verlag Winter, 2020).
Korean Film & Festivals: Global Transcultural Flows (editor; forthcoming, London, New York et al.: Routledge, 2021). Korean Film & History (editor; forthcoming, London, New York et al. 2022).
Geständniszwang und ›Wahrheit des Charakters‹ in der Literatur der DDR. Diskursanalytische Fallstudien, Stuttgart: J.B. Metzler Verlag, 2000.
Hyunseon Lee: Günter de Bruyn - Christoph Hein - Heiner Müller. Drei Interviews(2. Aufl.), MuK 95/96.
Mit-Herausgabe: Opera, Exoticism and Visual Culture (Oxford/Bern/New York u.a.: Peter Lang, 2015); Mörderinnen (Bielefeld: transcript, 2013); Akira Kurosawa und seine Zeit (Bielefeld: transcript, 2005).
Homepage: https://hyunseonlee.com [Link]


Zoom-Vortrag Jan Süselbeck: Ist E.T.A. Hoffmanns Erzählung »Der Sandmann« (1815) ein Fall von literarischem Antisemitismus?

5. Juli 2021, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-13.30 Uhr mitteleuropäische Zeit), Moderation Markus Joch (Keiō-Universität Tōkyō)

Jan Süselbeck, PD Dr. phil. habil., ist Literatur- und Medienwissenschaftler, Privatdozent an der Philipps-Universität Marburg und Lehrbeauftragter an der RWTH Aachen University. Von 2015 bis Juli 2020 war er DAAD Associate Professor of German Studies an der University of Calgary, Alberta, Kanada und 2017 Junior Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen u.a. Literaturvermittlung in den Medien, Emotionswissenschaft und literarischer Antisemitismus.
Der Text von E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, ist im Deutschen Textarchiv online verfügbar. [Link]


Zoom-Vortrag Sabine Poeschel: Lieblingsbilder - was Kunst zeigen kann

7. Juni 2021, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-13.30 Uhr mitteleuropäische Zeit), im Gespräch mit Andreas Becker (Germanistik der Keiō-Universität Tōkyō)

Wir sprechen über folgende Bilder:
Rembrandt, Selbstbildnis mit Saskia, ca. 1635, Öl auf Leinwand, 161 x 131 cm, Dresden Gemäldegalerie Alte Meister Link
Artemisia Gentileschi, Judith enthauptet Holofernes, ca. 1612, Öl auf Leinwand, 162×126 cm, Neapel, Museo di CapodimonteLink
Dürer, Adam und Eva, 1507, Öl auf Holz, 209 x 81/83 cm, Madrid, Museo del Prado Link
Francisco de Goya, Nackte Maya, um 1795, Öl auf Leinwand, 97 x 190 cm, Madrid, Museo del Prado Link
Francisco de Goya, 1800-1807, Bekleidete Maya Link
Literatur:
Sabine Poeschel: Starke Männer, schöne Frauen. Die Geschichte des Aktes, Darmstadt 2014, S. 60, 126.
Sabine Poeschel: Die Kunst der Liebe. Meisterwerke aus 2000 Jahren, Darmstadt 2018, S. 46, 120.

Prof. Dr. phil. habil. Sabine Poeschel ist Kunsthistorikerin, apl. Professorin an der Universität Stuttgart. Von 1985-1989 war sie Stipendiatin an der Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte) in Rom. Seit 1990 lehrt sie an die Universität Stuttgart. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen italienische und spanische Bildkünste, die Beziehungen von Bühne und Bild sowie Fragen der Bildinhalte.



Weltverändernder Zorn Bild
Aus: Alexander Kluge; Georg Baselitz: Weltverändernder Zorn, Berlin: Suhrkamp 2017, S. 137

Zoom-Lesung Alexander Kluge: Meister Hokusais Harfe. Lesungen, Filme und Debatte auf der virtuellen Fernstrecke München – Tōkyō.

17. Mai 2021, 19.00-20.00 Uhr Tōkyō-Zeit (12.00-13.00 Uhr mitteleuropäische Zeit)

Oben der Atem, die Gesichtszüge, als einziges nackt, die Gesichtsmaske: das ist das HEILIGE OBEN. Das GESCHUNDENE UNTEN: Die Muskelstränge der Laufbeine, die Darmschlingen, die Samenstränge. Das Untere muss arbeiten. Im horizontalen Zwischenbereich, das Zwerchfell. Das ist die Harfe, auf der Meister Hokusai gerne spielt.

Alexander Ernst Kluge (14. Februar 1932 in Halberstadt) ist ein deutscher Filmemacher, Fernsehproduzent, Schriftsteller, Drehbuchautor, Philosoph und Rechtsanwalt.
Kluge gilt als einer der vielseitigsten deutschen Intellektuellen. Er wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt, den er in Theorie und Praxis mitbegründet und weiterentwickelt hat. Als Autor machte er sich vor allem durch Kurzgeschichten einen Namen und gehörte zum Kreis der Gruppe 47, außerdem verfasste er wissenschaftliche und philosophische Arbeiten. 1987 gründete er die Produktionsfirma dctp, mit der es ihm gelang, eine Plattform für unabhängige Programme im deutschen Privatfernsehen zu schaffen.
[Homepage Alexander Kluge]

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Zur Vorbereitung empfohlene Geschichten:
Im Rausch der Dinge (S. 15-16)
Meister Hokusais Harfe (S. 40)
Der Elektriker (S. 172-173)
Uralte Freunde der Kernkraft (S. 181-182)
Wohin weist der Zeigefinger von Hokusais rechter Hand? (S. 193)
alle aus: Alexander Kluge; Georg Baselitz: Weltverändernder Zorn, Berlin: Suhrkamp 2017

Im März fand im Athénée Français Cultural Center Tōkyō (アテネ・フランセ文化センター) eine Alexander Kluge-Retrospektive (アレクサンダー・クルーゲ特集2021) statt! Infos zum Programm finden Sie [hier]




Zoom-Vortrag Peter Brandes: Das mobile Bett

26. April 2021, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (12.30-13.30 Uhr mitteleuropäische Zeit), Moderation Andreas Becker

PD Dr. Peter Brandes; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik der Universität Hamburg, Studium der Germanistik und Philosophie in Göttingen und Hamburg; 2001 Promotion an der Universität Hamburg zu Goethes Faust; 2011 Habilitation zur Ästhetik bildlicher Lebendigkeit in der Literatur um 1800 an der Ruhr-Universität Bochum.
Zur Vorbereitung empfohlene Lektüre:
Theodor Storm: Der kleine Häwelmann. Ein Kindermärchen, in: ders.: Sämtliche Werke in vier Bänden, hrsg. von Karl Ernst Laage und Dieter Lohmeier, Bd. 4, Deutscher Klassiker Verlag 1987f., S. 21-24. [Link Wikisource]



Zoom-Vortrag Felix Lenz: Das Buch Hiob als Bilddramaturgie? Terrence Malicks Tree of life oder Sedimente des Bildes im zeitlichen Verlauf

22. März 2021, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (11.30-12.30 Uhr mitteleuropäische Zeit), Moderation Andreas Becker

Dr. Felix Lenz, film- und medienwissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Literatur und Medien der Universität Bamberg (seit 2017), Regisseur des Experimentalfilms Gleich um die Ecke (2017), Arbeit als Drehbuchlektor, 2005 Promotion zu Zeit, Rhythmus und Bilddramaturgie bei Sergej M. Eisenstein an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Weitere Literatur:
Felix Lenz: »Hiobmotive in Terrence Malicks Film THE TREE OF LIFE«, in: BG (2013), H. 3, S. 94-99.
Felix Lenz: »Amerikanische Totentänze: Terrence Malicks Badlands und dessen Echo in The Tree of Life«, in: Jessica Nitsche (Hrsg.): Mit dem Tod Tanzen: Tod und Totentanz im Film, Berlin: Neofelis 2015, S. 89-109.
In Vorbereitung eine Monografie mit dem Arbeitstitel: Terrence Malick: THE NEW WORLD


Andreas Becker: Schattenspiel an der Wand, 14. Mai 2020, 19.00 Uhr

Zoom-Vortrag Andreas Becker: Überlegungen zum Digitalstaat

1. März 2021, 19.30-20.30 Uhr, Tōkyō-Zeit (11.30-12.30 Uhr mitteleuropäische Zeit)

Derzeit werden in einem ungeheuren Tempo hoheitsrechtliche Aufgaben des Staates, die vormals institutionell gebunden und parlamentarisch kontrolliert waren, auf Programmcodes transferiert. Ich nenne diese neuartige Erscheinungsform Digitalstaat.
[pdf. Überlegungen zum Digitalstaat]
[epub. Überlegungen zum Digitalstaat]
Im Vortrag lese ich aus den Skizzen vor, die ich im letzten Jahr zum Thema gemacht habe.
Andreas Becker, Assist. Prof. Dr. phil. habil. – Film‑ und Medienwissenschaftler an der Faculty of Letters der Keiō-Universität Tōkyō (seit 2016). 2014–2016 Eigene Stelle als Leiter des DFG-Projekts Yasujirō Ozu und der westliche Film. 2018 Habilitation zu Yasujirō Ozu, 2003 Promotion zur Zeitraffung und Zeitdehnung im Film – beides an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Publikationen/Forschungsschwerpunkte: Yasujirō Ozu, die japanische Kulturwelt und der westliche Film (Transcript 2020), Erzählen in einer anderen Dimension. Zeitdehnung und Zeitraffung im Spielfilm (Büchner 2012); Perspektiven einer anderen Natur. Zur Geschichte und Theorie der filmischen Zeitraffung und Zeitdehnung (Transcript 2004); der japanische und der westliche Film, komparative Ästhetik und Phänomenologie des Films, Zeitdarstellung im Film und in den Medien.
Homepage: www.zeitrafferfilm.de.

​Im Apparat. Vorträge und Gespräche
Über die Zoom-Vorlesungsreihe der Germanistik der Keiō-Universität im Frühlingssemester 2021

Die Zoom-Vorlesungsreihe Im Apparat. Vorträge und Gespräche exploriert in sechzigminütigen Einzelveranstaltungen gegenwärtige Fragen und Themen. Wissenschaftler und Künstler sind eingeladen, an einem Beispiel ihre aktuelle Forschung und ihre Arbeiten darzustellen. Geplant ist jeweils ein Kurz­vortrag eines Gastes (20 Minuten Dauer) mit anschließender zwanzigminütiger Diskussion, weitere 20 Chill-out-Minuten dienen dazu, die Veranstaltung ausklingen zu lassen und Raum zu bieten für ein lockeres Gespräch. Besonders gewünscht sind Beiträge, die ein Beispiel, eine These, ein Thema, ein Kunstwerk etc. in den Fokus rücken, so dass dann konzentriert darüber gesprochen und diskutiert werden kann. Vorab werden die Vortragenden gebeten, einen Text, Film etc. zu benennen, der im Fokus stehen wird.
Organisation: Assoc. Prof. Dr. Andreas Becker, Germanistik der Keiō-Universität Tōkyō
Die Zoom-Vorträge sind öffentlich und gebührenfrei. Jede und jeder ist herzlich eingeladen!
Zum Youtube-Kanal geht es [hier]
Home www.im-apparat.de
Home www.zeitrafferfilm.de
V.i.S.d.P., Andreas Becker, E-Mail beckerx[at]gmx.de